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Porträt
Der Skandalautor bleibt seinen Leisten treu. In seinem neuen Buch ‚Für Herrn Bachmanns Broschüre' gerät das idyllische Image Schwedens mächtig ins Wanken.
Am 19.November stellt Carl-Johan Vallgren dem Stuttgarter Publikum im Rahmen der Buchwochen sein neustes Werk ‚Für Herrn Bachmanns Broschüre' vor. In der unbändigen Satire lässt sich der mehrfach preisgekrönte Buchautor in einem mehrere dutzend Seiten langem Monolog über die Lage in Schweden aus. ‚Wir sind ein geschichtsloses Volk. Das hat mit den halbsozialistischen Experimenten der Sozialdemokratie zu tun. Wenn es um Zukunft geht, etwa um neue Technologien, sind wir viel offener. Da fällt es Politikern leicht, Scheiße unter den Teppich zu kehren.'.
Carl-Johan Vallgren wurde 1964 in Linköping (Östergötland) in Schweden geboren und wohnt zur Zeit in Berlin-Kreuzberg. Berlin ist eine Provinzstadt. [...] Die Berliner sind im allgemeinen ziemlich ungebildet, unzivilisiert und vor allem arm. Nur jeder Dritte hat Arbeit, die Anderen leben von der Stütze, von Bafög oder irgendeiner Rente. Trotzdem ist Berlin interessant für mich. [...] Seine Hässlichkeit provoziert mich im positiven Sinn. Man muss immer die Augen offen halten für das Schöne, das doch irgendwo verborgen ist.
Vallgren arbeitete als Barkeeper und Waldarbeiter, beschränkt sich in Berlin jedoch auf sein Künstlerdasein und ist heute als Schriftsteller, Musiker und Unterhalter tätig.
Der Schwede nimmt selten ein Blatt vor den Mund, und nutzt nicht nur seine Romane als Forum für seine teilweise zynische oder satirische Kritik an Politik, Land und Sozialem. Vallgrens Romane dürften die monströseste Schmährede sein, die seit der wüsten Schimpferei der Saporoschjer Kosaken gegen den Zaren jemals gedruckt worden ist.
Neben bisher sieben Büchern hat Vallgren zwei CDs mit burlesken Weisen im Cabaret-Stil veröffentlicht. In deutscher Übersetzung sind bisher drei Bücher erschienen: Der Kontrakt der Spielers, Ein Barbar in Berlin und Für Herrn Bachmanns Broschüre.
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