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LEXIKON
Wollen Sie mehr wissen über Schweden – auch abseits vom Tourismus? Im Lexikon gibt es dazu weitreichende Information. Wie ist die Thronfolge der schwedischen Monarchie geregelt und warum feiert man das Midsommar-Fest? Wie bereitet man einen echten schwedischen Glögg zu und wie fragt man auf Schwedisch nach dem Weg?
 
DIE GLEICHSTELLUNG DER GESCHLECHTER
 
Einleitung
Das schwedische Doppelversorgermodell
Feminismus vs. Geburtenfreundlichkeit?
Traditionelle Strukturen in der Krise
Neue Rollenverteilung
 
 
Einleitung
Die gegenwärtige demographische Situation in Europa und anderen Teilen der Welt mit niedrigen Geburtenraten und einer alternden Bevölkerung hebt die Bedeutung des Familienlebens und des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern auf die wirtschaftliche Entwicklung hervor. Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, dass Staaten, die ihre Gesellschaft nicht an die Forderungen der modernen Frau nach Gleichberechtigung und gleicher Verantwortung anpassen, Gefahr laufen, dadurch ihr Bevölkerungswachstum zu hemmen, die Bevölkerungsalterung zu beschleunigen und, auf lange Sicht, das Wirtschaftswachstum zu bremsen.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird üblicherweise als Frage politischer und sozialer Rechte verstanden. In Schweden indes war der Kampf für eine Gleichstellung der Geschlechter darüber hinaus eng mit langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Fragestellungen verbunden. Die schwedische Gleichstellungspolitik basiert auf der starken Tradition einer geburtenfreundlichen Sozialpolitik mit gut ausgebautem öffentlichen Service. Durch diese demographische Tradition sind die schwedischen Erfahrungen auf diesem Gebiet von großer Relevanz für die derzeitige Debatte über sinkende Geburtenraten und alternde Bevölkerungen in Europa.
 
 
 
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Das schwedische Doppelversorgermodell
Der schwedische Wohlfahrtsstaat stützt sich auf ein Doppelversorgermodell. Schweden verfolgt mit anderen Worten ein geschlechterneutrales Konzept sozialer Staatsbürgerschaft. Abgesehen von gesetzlichen Bestimmungen, die in direktem Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes stehen, gilt in Schweden hinsichtlich Arbeitsmarkt, Steuern und sozialer Sicherheit für verheiratete Frauen dieselbe Gesetzgebung wie für Männer. Die Frau als Ehefrau hat dagegen kein Recht auf spezielle Sozialleistungen. Der Staat setzt eine getrennte Steuerveranlagung, großzügige öffentliche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren und umfangreiche Programme für den Elternurlaub ein, um verheirateten Frauen/Müttern das Verbleiben in der Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Das schwedische Doppelversorgermodell steht in starkem Kontrast zum dominierenden europäischen Modell des Wohlfahrtsstaates, das vom einzelnen (männlichen) Versorger ausgeht. Das schwedische Modell hat sich aus spezifischen nationalen Erfahrungen heraus entwickelt, gekennzeichnet durch eine späte Industrialisierung, weitverbreitete Armut und dramatische demographische Herausforderungen - erst eine Massenauswanderung, dann ein Geburtenrückgang. Im Gegensatz zu wohlhabenderen europäischen Staaten war Schweden lange Zeit stark von der bezahlten Arbeit der Frau abhängig. Der ständige Druck auf die Geburtenrate verstärkte die Auffassung, dass ein umfassendes Eingreifen seitens des Staates notwendig sei, um Familien mit Kindern zu unterstützen. Die schwedische Sozialpolitik hat seit langem die Doppelrolle der Frau als Mutter und Ernährerin anerkannt.

Das demographische und wirtschaftliche Erbe der schwedischen Gleichstellungspolitik ist in der heutigen Zeit, in der Europa rückläufigen Geburtenzahlen und einer alternden Bevölkerung gegenübersteht, von besonderem Interesse. Die europäischen Frauen bringen heute nicht nur weniger Kinder als in früheren Jahrzehnten zur Welt, auch die Zahl der Eheschließungen sinkt, es gibt eine große Anzahl alleinerziehender Mütter, und die Kinderarmut nimmt zu. Wir erleben einen Prozess der weiblichen Emanzipation und eine Krise der traditionellen europäischen Familienstrukturen mit einem männlichen Alleinversorger.
 
 
 
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Feminismus vs. Geburtenfreundlichkeit?
Diese dramatischen Veränderungen in der Demographie Europas und im Bereich der Familie stellen eine große Herausforderung für Europa dar. Die Bevölkerungsalterung, so problematisch sie auch ist, kann sich als Tor zu radikalen Gleichstellungsreformen erweisen. Um die Bevölkerungsproblematik für das Vorantreiben einer demokratischen, frauenfreundlichen Politik nutzen zu können, müssen Feministen jedoch noch ihre traditionellen Vorbehalte gegenüber demographischen Argumenten überwinden und eine neue, fortschrittliche Argumentation in der Bevölkerungsdebatte entwickeln.

In den meisten Ländern ist das Verhältnis zwischen Feministen und Pronatalisten traditionell konfliktgeladen. Während die Feministen hauptsächlich auf die Bedürfnisse und Rechte der Frau fokussieren, hat die Bevölkerungspolitik die Versorgung des Landes mit mehr Neugeborenen zum Ziel. Außerdem wurde die Bevölkerungspolitik in Europa oft mit Nationalismus und Militarismus in Verbindung gebracht. Ein Beispiel dafür ist Frankreich, wo die Bevölkerungsproblematik bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu höchster Priorität gelangte.

Als wichtige Erfahrung kann von Schweden gelernt werden, dass die Forderung nach mehr Kindern keineswegs im Widerspruch zur Gleichstellung der Geschlechter stehen muss. Frauen in Schweden haben sich - wie auch ihre Schwestern in Europa - geweigert, das Gebären von Kindern als soziale Pflicht zu akzeptieren. Sie haben sogar mit Erfolg die Argumente der Pronatalisten verwendet, um ihren eigenen Standpunkt zu stärken. Diese spezifisch schwedische Tradition einer frauenfreundlichen Bevölkerungsdebatte hat ihre Wurzeln in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in denen Gunnar und Alva Myrdal, zwei bekannte schwedische sozialdemokratische Politiker und Sozialwissenschaftler, die Bevölkerungsfrage erfolgreich zur Sprache und damit eine radikale Politik sozialer Reformen ins Rollen brachten. Die schwedischen Geburtenraten waren zu diesem Zeitpunkt dramatisch gesunken, und die Myrdals vertraten die Auffassung, dass Schweden mehr Nachwuchs bräuchte, um einer Bevölkerungsalterung entgegenzuwirken. Sie hielten jedoch auch daran fest, dass eine geburtenfreundliche Politik auf einer demokratischen und feministischen Grundlage basieren sollte. Von größter Bedeutung war in diesem Zusammenhang, dass steigende Geburtenraten mit der Wahlfreiheit der Frauen (z.B. durch Zugang zu Verhütungsmitteln) einhergehen und die Sozialpolitik erwerbstätige Mütter als "soziale Tatsache" anerkennen sollte. Die Fähigkeit, geburtenfreundliche Politik und Feminismus zu verbinden, hilft, den Erfolg der schwedischen Gleichstellungspolitik zu erklären. Später, in der Nachkriegszeit, wurden in Schweden wieder wirtschaftliche und demographische Argumente zur Stärkung des öffentlichen Sektors - und damit unter anderem auch der Kinderbetreuung - verwendet, um Frauen in ihrer Doppelrolle als Ehefrauen und Mütter zu unterstützen.
 
 
 
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Traditionelle Strukturen in der Krise
Die Ursachen für den Alterungsprozess in den meisten europäischen Ländern sind in den Geburtenraten zu suchen, die weit unter den zur Reproduktion der Bevölkerung notwendigen liegen. Das einzige Land in der Europäischen Union, das in den kommenden Jahren keine kräftige Alterung seiner Bevölkerung erleben wird, ist Irland, wo die Geburtenraten erst in der letzten Zeit gesunken sind. Einige Länder, und hier besonders Italien, werden einen rapiden Alterungsprozess zu verzeichnen haben. Worin bestehen nun die makroökonomischen Folgen einer solchen Entwicklung? Wir wissen heute, dass die Altersstruktur fundamentale Auswirkungen auf makroökonomische Erscheinungen hat. Von besonderem Interesse sind die Auswirkungen von Veränderungen der Altersstruktur auf das Wirtschaftswachstum. Verschiedene Studien zeigen, dass sich Kinder und ältere Menschen negativ, Menschen in erwerbsfähigem Alter, und hier besonders die Gruppe der 50- bis 64jährigen, positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Daraus ergibt sich, dass die Bevölkerungsalterung in den europäischen Ländern in den kommenden Jahrzehnten ernsthafte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird und wir in wenigen Jahrzehnten nur ein schwaches oder sogar negatives Wirtschaftswachstum zu erwarten haben. Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsalterung und anderen negativen Wirtschaftstrends wie steigende öffentliche Ausgaben und Haushaltsdefizite nachgewiesen. Auch diesen Problemen muss sich Europa nun stellen. Hieraus wird ersichtlich, dass die menschliche Reproduktion eine entscheidende Rolle bei der Schaffung nationalen Wohlstands spielt. Die negativen Konsequenzen niedriger Geburtenraten zeigen sich nicht unmittelbar, da sich Veränderungen der Altersstruktur langsam und schrittweise vollziehen. Im Gegenteil: sinkende Geburtenraten können sich kurzfristig sogar positiv auf die Wirtschaft auswirken, da der Kinderabhängigkeitsquotient (Anzahl der Kinder bis 14 Jahre auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter) sinkt. Langfristig jedoch werden die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen immer deutlicher. Sinkende Geburtenraten in einer Gesellschaft werden durch eine Kombination verschiedener Faktoren verursacht. So können z.B. Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot die Familienbildung erschweren. Aber die große Variable ist heute die freie Wahl der Frau. In diesem Zusammenhang ist von Interesse, dass immer mehr Untersuchungen nun die Bedeutung der Gleichstellung bei dieser Wahl hervorheben. Wie bereits erwähnt, wurde der Zusammenhang zwischen Gleichstellung und Mutterschaft in Schweden bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erkannt. Der Vorschlag Alva Myrdals, sinkenden Geburtenraten mit mehr Gleichstellung zu begegnen, war in der Tat ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des schwedischen Doppelversorgermodells. 1939 wurde die Entlassung von Frauen aufgrund von Schwangerschaft oder Eheschließung per Gesetz verboten. Obwohl die Zahl der (männlicher) Alleinversorgerfamilien in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Schweden mit der wachsenden städtischen Bevölkerung und der Erhöhung des Durchschnittseinkommens stark zunahm, überlebte der Gedanke, Frauen eine Verbindung von Arbeit und Mutterschaft zu ermöglichen. Ab den 60er Jahren kehrten immer mehr schwedische Frauen in die Erwerbstätigkeit zurück, und Anfang der 70er Jahre hatte sich die Doppelversorgung als Norm endgültig durchgesetzt. Es besteht die weit verbreitete Auffassung, Frauen wählten zwischen Kindern und beruflicher Karriere. Darum, so das häufige Argument, würde die Rückkehr der Frauen in ihre traditionelle Rolle als Hausfrau zu steigenden Geburtenraten führen. Die Ergebnisse neuester Forschung über den Rückgang der Geburtenraten in Europa und anderswo deuten jedoch darauf hin, dass die Rückkehr der Frauen zur Hausarbeit keine geeignete Maßnahme zur Steigerung der Geburtenzahlen mehr darstellt. Landesweite Analysen zeigen nämlich, dass niedrige Geburtenraten besonders in Ländern mit traditionellen Auffassungen über Ehe und Versorger anzutreffen sind. In der Tat scheinen hohe Geburtenraten in den Industrieländern seit den frühen 80er Jahren mit einem hohen Anteil weiblicher Beteiligung am Arbeitsmarkt einherzugehen, während sich niedrige Geburtenraten dort wiederfinden, wo der Anteil weiblicher Arbeitskräfte gering ist. Kurz: der Zugang der Frauen zum Arbeitsmarkt scheint eine Voraussetzung für höhere Geburtenraten zu sein. Frauen wählen nicht länger zwischen Kindern und Berufsleben.
 
 
 
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Neue Rollenverteilung
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Länder, die eheähnlichen Gemeinschaften und unehelichen Kindern offen gegenüberstehen, bessere Voraussetzungen für höhere Geburtenraten haben. Bei einer sinkenden Zahl der Eheschließungen in allen Industrieländern - mit späteren und weniger Ehen und mehr Scheidungen - müssen uneheliche Geburten zur Geburtenrate beitragen. Letztendlich zeigen verschiedene Untersuchungen, dass soziale Verbesserungen und die staatliche Politik wichtige Faktoren darstellen, wenn Frauen versuchen, Pflichten in und außerhalb der Familie zu vereinbaren. Höhere Geburtenraten sind oft in Ländern zu verzeichnen, in denen solche Verbesserungen stattgefunden haben und wo die staatliche Politik die Gleichstellung fördert. Im Gegensatz dazu wird auch deutlich, dass die Länder, die sich nicht an die neuen Verhältnisse angepasst haben und die verschiedenen Rollen der Frau nicht akzeptieren, mit den größten Problemen zu kämpfen haben. Italien, Spanien und Japan sind Beispiele für Länder, in denen der Widerstand gegen Veränderungen zu niedrigen Geburtenraten und einer rapiden Bevölkerungsalterung beigetragen hat. Das Ausbildungs- und Beschäftigungsniveau der Frauen in Italien und Spanien hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten rasant erhöht. Dieser Tatsache begegnet die ganze Gesellschaft noch immer mit Widerstand - und besonders die Männer, die darauf bestehen, dass die Frauen auch weiterhin ihre traditionelle Rolle als Mutter und Hausfrau ausüben. Dieses Unvermögen zu Veränderungen hat dazu geführt, dass italienische und spanische Frauen - im Gegensatz zu beispielsweise Frauen in Schweden - den Konflikt zwischen Berufsleben und Familie durch ein Aufschieben der Mutterschaft lösen. Ähnliche Beobachtungen wurden in Japan gemacht, wo niedrige Geburtenraten in hohem Maße durch mangelnde Flexibilität der Ehe als Institution verursacht werden. Das neue Verständnis für die Bedeutung der Bevölkerungsdynamik für ein langfristiges Wirtschaftswachstum gibt den Feministen die Möglichkeit, die weit verbreitete Auffassung in Frage zu stellen, Privathaushalt und Familie seien in erster Linie Verbrauchereinheiten. Stattdessen sollte für die Betrachtung der Haushalte als Produktionseinheiten argumentiert werden, die unseren Wirtschaften einen bedeutenden Faktor zuführen: Humankapital. Den Haushalten gute Existenzbedingungen zu bieten und sie mit entsprechenden Mitteln in Form von Zeit und Einkommen auszustatten, ist genauso wichtig wie die Entwicklung wettbewerbsfähiger Märkte. Die bedeutende Rolle der Privathaushalte bei der wirtschaftlichen Entwicklung berechtigt darüber hinaus außerdem zur Forderung, dass die Männer größere Verantwortung für diesen Bereich der Wirtschaft übernehmen sollten. Natürlich ist die Teilnahme der Männer - und besonders der Väter - an der täglichen Hausarbeit wichtig, wenn die Mutterschaft in Zukunft für junge Frauen attraktiv sein soll. Auch hier können die Erfahrungen Schwedens von Interesse sein. In einer schwedischen Umfrage über die Einstellung zu Familie und Kindern vom Frühjahr 2001 geben 90 Prozent der befragten Frauen an, dass sie sich eine Mutterschaft ohne die Bereitschaft des Vaters, die täglichen Pflichten der Hausarbeit mit ihnen zu teilen, nicht vorstellen könnten. Hier wird deutlich, dass großzügige öffentliche Dienstleistungen allein für arbeitende Mütter nicht ausreichen, um die Mutterschaft für moderne, emanzipierte Frauen zu einer attraktiven Wahl zu machen.

Können wir jetzt erwarten, dass sich in Europa eine konstruktive, frauenfreundliche Bevölkerungsdebatte entwickelt? Das bleibt abzuwarten. Der traditionelle Konflikt zwischen Feministen und Pronatalisten ist eines der Haupthindernisse. Ein anderes ist der starke Widerstand, der von Ökonomen und Ideologen zu erwarten ist, von denen die meisten noch immer die klassische Auffassung teilen, dass Haushalte und Märkte zu verschiedenen sozialen Bereichen gehören. Die Mutterschaft wird als private und emotionale Angelegenheit und nicht als Teil der Makroökonomie betrachtet. Diese klassische Auffassung herauszufordern ist wahrhaftig eine schwierige Aufgabe - sowohl intellektuell als auch kulturell.

Die gegenwärtige Debatte über die Bevölkerungsalterung in der Europäischen Union und anderswo ist ein gutes Beispiel dafür. Die meisten Experten und Politiker bevorzugen es, die Bevölkerungsalterung ausschließlich als Frage des Arbeitsmarktes zu diskutieren. Um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken, schlagen sie dementsprechend Strategien wie beispielsweise die Heraufsetzung des Rentenalters oder Investitionen in lebenslanges Lernen vor. Wenn Fragen der Gleichstellung in dieser Debatte überhaupt berührt werden, spricht man über die Frau als potentielle zukünftige Arbeitskraft. Der Anteil erwerbstätiger Frauen müsse sich erhöhen, wenn der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter zurückgeht. Nur wenige wollen sich der herausfordernden Tatsache stellen, dass der Zugang zu Arbeitskraft letztlich von der unbezahlten Arbeit der Frau in der Familie abhängt, und dass sich fehlende Gleichstellung in den Privathaushalten auf die Makroökonomie auswirkt.
 
 
 
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Text: Lena Sommestad; Svenska Institutet, Stockholm; Übersetzung: Grit Thuneman
 

 
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