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LEXIKON
Wollen Sie mehr wissen über Schweden – auch abseits vom Tourismus? Im Lexikon gibt es dazu weitreichende Information. Wie ist die Thronfolge der schwedischen Monarchie geregelt und warum feiert man das Midsommar-Fest? Wie bereitet man einen echten schwedischen Glögg zu und wie fragt man auf Schwedisch nach dem Weg?
 
DIE SCHWEDISCHE LANDWIRTSCHAFT
 
Der Strukturwandel hat in den letzten vierzig Jahren die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Schweden verringert, ihre jeweilige Fläche jedoch vergrößert.
 
 
Überblick
Struktur
Produktion
Verbrauch
Nahrungsmittelimport und –export
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)
Landwirtschaft und GATT
Umwelt und Umweltbeihilfen
Regionalbeihilfen und Strukturbeihilfen
Tierschutz
Ausbildung, Forschung und Beratung
Die Landwirtschaftsbehörden
Verbände und Organisationen
 
 
Überblick
Schweden ist der Fläche nach eines der größten Länder Europas. Etwa die Hälfte der Bodenfläche ist bewaldet. Mehr als ein Drittel des Landes besteht aus Gebirge, Seen und Mooren, und weniger als ein Zehntel der Gesamtfläche Schwedens – ca. 3 Mio. ha – wird für den Ackerbau genutzt. Schweden hat ein verhältnismäßig günstiges Klima, wenn man seine nördliche Lage bedenkt. Die Voraussetzungen für die Landwirtschaft in den nördlichen bzw. südlichen Teilen des Landes unterscheiden sich jedoch recht erheblich voneinander. Ganz unten im Süden beträgt die Vegetationsperiode 240 Tage, während sie im hohen Norden unter 120 Tagen liegt. Das Klima in Mittel- und Südschweden kann als temperiert bezeichnet werden. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt 600 mm.
Seit 1. Januar 1995 ist Schweden Mitglied der Europäischen Union und damit auch Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Die GAP beruht auf drei Grundprinzipien: gemeinsamer Markt mit gemeinsamen Preisen, Gemeinschaftspräferenz und gemeinsame Finanzierung. Im Juli 1997 legte die Europäische Kommission einen Entwurf zur Reform der GAP vor. Hauptgründe für den Reformentwurf sind neue Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation WTO, die bevorstehende Erweiterung der EU nach Mittel- und Osteuropa sowie eine angespannte Haushaltslage.
 
 
 
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Struktur
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei bereiten nur einem kleinen Teil der schwedischen Bevölkerung Beschäftigung. Die meisten Bauernhöfe sind Familienbetriebe, in denen der größte Teil der Arbeit von den Familienmitgliedern getan wird. Teilzeitbewirtschaftung, mit Aufstockung des Einkommens aus anderer Beschäftigung, ist in der Landwirtschaft heute eine ziemlich häufig vorkommende Betriebsform. Für viele Höfe bedeutet dies wirtschaftliche Stabilität und ganzjährige Beschäftigung. In den dicht bewaldeten Teilen Schwedens wird die Landwirtschaft oft mit Forstwirtschaft kombiniert; etwa 73% der landwirtschaftlichen Betriebe in Schweden betreiben diese kombinierte Land- und Forstwirtschaft.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft in den letzten vierzig Jahren hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringert, ihre jeweilige Fläche jedoch vergrößert. Die Bauern haben große Beträge in Maschinen und Ausrüstung investiert und sich gleichzeitig auf den Getreideanbau, die Milchproduktion oder die Schweinezucht spezialisiert.
Kleinere Höfe sind meist in den nördlichen Teilen des Landes und in dicht bewaldeten Gebieten zu finden, während Großbauernhöfe im allgemeinen in den Ebenen in Südschweden liegen. Die Gesamteinnahmen des Agrarsektors einschließlich Direktbeihilfen beliefen sich 1996 auf etwa 31 Mrd. SEK, oder 2% des BSP. Mit wenigen Ausnahmen ist Schweden Selbstversorger mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Einige Erzeugnisse, vor allem Getreide, werden im Überschuss erzeugt, und es sind in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen worden, um diese Überschüsse zu beseitigen.
Im Gegensatz zu den Bauern in vielen anderen europäischen Ländern sind die schwedischen Bauern, über ihre Mitgliedschaft in landwirtschaftlichen Genossenschaften, an der Weiterverarbeitung und dem Vertrieb ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse beteiligt. Diese genossenschaftlichen Verarbeitungsbetriebe sind vorherrschend in Schweden. Die Scan-Gruppe, beispielsweise, schlachtet etwa 80% von allem in Schweden erzeugten Fleisch. In der Molkereiwirtschaft ist die beherrschende Stellung von Genossenschaften fast total. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften sind auch ein bedeutender Verarbeiter von Getreide.
 
 
 
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Produktion

Pflanzenbau
Getreide und Heu machen den größten Teil des Ertrags der in Schweden bebauten Ackerflächen aus. Etwa 42% des Ackerlandes werden für den Getreideanbau benutzt, meist Gerste, Weizen und Hafer. Die Erträge sind in den verschiedenen Gegenden recht unterschiedlich – von einem Durchschnittsertrag von 5500 kg Gerste pro Hektar in den südschwedischen Ebenen bis 2000 kg pro Hektar im Norden.
Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in verschiedenen Teilen des Landes haben Einfluss auf die Wahl der Pflanzen. Heu, Grünfutter und Futtergetreide werden hauptsächlich im Norden angebaut. Die Brotgetreideproduktion ist in den mittel- und südschwedischen Ebenen konzentriert. Der Anbau von Leinsaat und Raps erfolgt hauptsächlich in Mittel- und Südschweden. Kartoffeln werden überall angebaut, aber der Ertrag pro Hektar weist bedeutende Unterschiede im Norden bzw. Süden auf. Zuckerrüben werden hauptsächlich in den allersüdlichsten Gegenden Schwedens angebaut.

Gartenbau
Kommerziell betriebenen Gartenbau – Gemüse, Früchte und Beeren, Zierpflanzen und Setzlinge – gibt es sowohl als Freilandanbau als auch als Treibhauskultur, hauptsächlich in Südschweden. Weiter nördlich wurde der Gartenbau in den 80er Jahren jedoch ausgebaut. 1996 gab es insgesamt etwa 4100 Gartenbaubetriebe in Schweden. Von diesen waren 78% Freilandgärtnereien mit einer Gesamtfläche von 14.700 ha. Fast die Hälfte von ihnen liegt in Skåne (Südschweden). Anbau unter Glas wurde von etwa 1400 Gärtnereien betrieben. Die Gesamtfläche umfasste 3,5 Mio. qm. Dies ergibt eine durchschnittliche Treibhaus- und Frühbeetgrundfläche pro Betrieb von rund 2500 qm.
 
 
Tierische Produkte
Es gibt zirka 1,8 Mio. Rinder in Schweden; 470.000 davon sind Milchkühe, die über 3 Mio. Tonnen Milch im Jahr produzieren. Im Zuge der Umstrukturierung der Milchproduktion ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Milchkuhherden halbiert und die Gesamtzahl der Milchkühe um über 25% reduziert worden. In der gleichen Zeit ist der durchschnittliche Milchertrag pro Kuh bedeutend angestiegen und beträgt jetzt 8000 kg. Der Rückgang der Milchproduktion insgesamt hat den Spielraum für die Fleischviehaufzucht erweitert. Ungefähr 164.000 Mutterkühe werden für die Fleischproduktion eingesetzt. Milchkühe und ihre Kälber machen jedoch immer noch den größten Teil der Produktionsressourcen für Rind- und Kalbfleisch aus.
Es gibt etwa 10.000 Schweinezüchter und -mäster in Schweden. Zwei Drittel der Schweinezüchter und -mäster haben weniger als 100 Schweine. Doch insgesamt sind nur knapp 10% der Mastschweine in diesen Betrieben zu finden. Große Bestände (über 500 Tiere) herrschen vor. Auch die Eier- und Geflügelproduktion ist beträchtlich. Rationalisierung und Spezialisierung auf diesem Sektor hat zu größeren Beständen geführt. Die Hammel- und Lammfleischproduktion ist verhältnismäßig gering.
 
 
 
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Verbrauch
Der Verbrauch von Nahrungsmitteln, alkoholischen Getränken und Tabak in Schweden belief sich 1996 auf 183 Mrd. SEK, d.h. etwa 16% der Gesamtausgaben der Haushalte. Der durchschnittliche Kalorienverbrauch war zirka 2900 Kalorien pro Tag und Person. Brot, Butter, Milch, Käse und Eier kamen für die Hälfte der Kalorienaufnahme auf.
 
 
 
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Nahrungsmittelimport und –export
1996 importierte Schweden Nahrungsmittel im Wert von ungefähr 32 Mrd. SEK, was etwa 7% des Gesamtimportwerts des Landes ausmachte. Der größte Teil dieses Nahrungsmittelimports bestand aus Waren, die nicht in Schweden produziert werden, z.B. Kaffee, Früchte, Gemüse, Reis und Sojabohnen. Der Import umfasste auch Fleisch und Käse. Der schwedische Nahrungsmittelexport in der gleichen Periode betrug annähernd 14,5 Mrd. SEK – weniger als 3% des Gesamtexports des Landes. Dieser Nahrungsmittelexport bestand hauptsächlich aus Überschussgetreide, sowie geringere Mengen Butter, Schweinefleisch und Rapsöl. Handelspartner für schwedische Agrarerzeugnisse sind vor allem die anderen EU-Länder.
 
 
 
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Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)
Seit 1. Januar 1995 ist Schweden Mitglied der Europäischen Union und damit Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Die EU hat eine seit langer Zeit bestehende gemeinsame Agrarpolitik, die aus einheitlichen internen Marktregeln ohne Zölle zwischen den Mitgliedsländern besteht, jedoch Abgaben für Erzeugnisse aus Nichtmitgliedsländern vorsieht.
Durch den freien Binnenmarkt werden auch Handelshemmnisse in Form von unterschiedlichen Regeln, beispielsweise in bezug auf ansteckende Tierkrankheiten, oder abweichende Lebensmittelgesetzgebung aufgehoben. Für schwedische Unternehmen bedeutet die EU-Mitgliedschaft, dass der Handel mit anderen Ländern innerhalb der EU erleichtert wird, während der Handel mit Ländern außerhalb der EU von mehr Kontrollen als bisher umgeben ist. Die schwedische Landwirtschaft ist seit dem Beitritt zur EU einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt als früher. Die landwirtschaftlichen Betriebe haben jedoch bessere Voraussetzungen für den Absatz ihrer Erzeugnisse in anderen Mitgliedstaaten der EU.

Die Ziele der GAP sind:
• Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft
• Sicherung eines angemessenen Einkommens für die Landwirte
• Stabilisierung der Märkte
• Gesicherte Lebensmittelversorgung
• Angemessene Verbraucherpreise

Zur Erreichung dieser Ziele gründet sich die gemeinsame Preis- und Marktpolitik der EU auf folgende drei Grundzüge:

1. Gemeinsamer Markt:
Dieses Ziel wird durch die Abschaffung von Zöllen und Subventionen in den Mitgliedstaaten erreicht sowie durch eine aktive Steuerung der Preispolitik mit Hilfe administrativ festgelegter Preise.

2. Gemeinschaftspräferenz:
In der EU produzierte Erzeugnisse erhalten eine finanzielle Bevorzugung, da importierte Erzeugnisse aus Drittstaaten mit Zöllen belegt werden und dadurch teurer sind als die Erzeugnisse, die innerhalb der EU produziert werden. Der größte Teil der Einfuhr aus Drittstaaten ist durch Quoten geregelt. Die Verbraucher sollen in erster Linie in der EU erzeugte Produkte kaufen.

3. Gemeinsame Finanzierung:
Die Mitgliedstaaten finanzieren die GAP über den gemeinsamen Haushalt der EU. Auf den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) entfällt etwa die Hälfte des Gemeinschaftshaushalts der EU.

Ausfuhrerstattungen werden für Exporte nach Ländern außerhalb der EU gezahlt. Grundsätzlich sollen diese Erstattungen dem Unterschied zwischen dem Marktpreis in der EU und dem Weltmarktpreis entsprechen. Schwedische Unternehmen können jetzt Ausfuhrerstattungen für den Export vieler landwirtschaftlicher Erzeugnisse erhalten.

Flächenbeihilfen und Tierbestandsbeihilfen
Um den Landwirten einen Ausgleich für die Preissenkungen nach Einführung der GAP zukommen zu lassen, zahlt die EU direkte Zuschüsse. Die Flächenbeihilfe ist eine Form dieser Direktbeihilfen. Die für eine Ausgleichszahlung in Frage kommenden Erzeugnisse sind Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchte und Leinsamen. Darüber hinaus werden Direktbeihilfen für Flächenstillegungen gewährt, d.h. für Brachland oder für den Anbau von Industrie- und Energiesaaten.
Eine weitere Ausgleichszahlung für Preissenkungen sind die Tierbestandsbeihilfen. Diese werden für männliche Tiere (Stiere und Ochsenkälber), Mutterkühe sowie für Mutterschafe gewährt. 1997 hatte Schweden Beihilfequoten für 226.328 männliche Tiere, 155.000 Mutterkühe und 180.000 Mutterschafe erhalten. 1996 wurden ca. 3,6 Mrd. SEK Flächenbeihilfen an schwedische Landwirte ausgezahlt. Die Auszahlung der Tierbestandsbeihilfen war wie folgt: Beihilfen für männliche Tiere ca. 300 Mio. SEK, für Milch- und Mutterkühe ca. 196 Mio. SEK und für Mutterschafe 27 Mio. SEK.

Milchquoten
In Übereinstimmung mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wurde ein Quotensystem für die Milchproduktion der einzelnen Mitgliedstaaten eingeführt, um die Gesamtproduktion niedrig zu halten. Das Quotensystem gilt bis zur Jahrtausendwende. Schweden wurde eine Landesquote von 3,3 Tonnen Milch pro Quotenjahr zugesprochen. Tierkennzeichnung Seit dem EU-Beitritt Schwedens gelten neue Bestimmungen für die Tierkennzeichnung und die Eintragungen des Rinder-, Schweine-, Schaf- und Ziegenbestands ins Stalltagebuch. Für die Gewährung von Beihilfen müssen die Eintragungen auf dem neuesten Stand gebracht und der Tierbestand korrekt gekennzeichnet sein.

Die Reform der GAP
Die GAP war seit der Gründung der EWG im Jahre 1957 in ihren Grundzügen unverändert geblieben. 1992 wurde eine Reform der GAP durchgeführt. Der Zweck der GAP-Reform – ein Prozess, der 1992 eingeleitet wurde – war, besseres Gleichgewicht auf dem Markt, einheitlichere Einkommensverteilung, umweltfreundlichere Produktionsverfahren und vor allem die Reduzierung kostenträchtiger Überschussproduktion zu erzielen. Dies bedeutet, dass die Zuteilung bestimmter Zuschüsse, ein Abbau der Preisstützung und zunehmende direkte Beihilfen einen immer wichtigeren Teil der Agrarpolitik bilden werden.
Ein klarer Unterschied zur schwedischen Agrarreform von 1990 ist, dass die Reform der GAP nicht bedeutet, dass die Landwirtschaft weniger Kontrollen ausgesetzt wird. Im Gegenteil, die Mitgliedschaft bei der EU bedeutet statt dessen eine Rückkehr zu einem mehr kontrollierten Markt. Neue Regeln werden eingeführt und alte Regeln wiederbelebt werden. Die politische Ambition in Schweden ist jedoch, politische Kräfte zu unterstützen, die sich für eine Deregulierung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU einsetzen.
Im Juli 1997 legte die Kommission erneut einen Plan für die Reform der GAP vor. Neue Verhandlungen mit der WTO, die bevorstehende Erweiterung nach Mittel- und Osteuropa und eine angespannte Haushaltslage waren die Hauptgründe für den Reformentwurf. Der Reformentwurf ist genauso aufgebaut wie das Reformpaket von 1992, d.h. Kürzungen der Preisbeihilfen und Ausgleichszahlungen durch Flächen- und Tierbestandsbeihilfen.
Neu hinzugekommen sind weitere Möglichkeiten, auf staatlicher Ebene z.B. die Subventionen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe zu beschließen und Umweltforderungen in die Marktbestimmungen mit aufzunehmen. Aus dem Reformentwurf geht jedoch nicht hervor, dass die Direktbeihilfen abgebaut werden und in der Zukunft ganz auslaufen sollen.
 
 
 
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Landwirtschaft und GATT
Die Verhandlungen über die Liberalisierung des Welthandels im Rahmen der Uruguay-Runde des GATT wurden 1994 zum Abschluss gebracht. Als Ergebnis dieser Verhandlungen sind alle Abgabensysteme auf dem Gebiet der Landwirtschaft in Zolltarife umgewandelt worden, deren Höchstsätze verbindlich sind. Die Länder haben sich auch verpflichtet, bestimmte höchste Niveaus für einheimische Subventionen und Exportbeihilfen einzuhalten. Die Maßnahmen traten 1995 in Kraft. Als Mitglied der EU hat Schweden keine eigene, nationale Verpflichtung. Statt dessen gelten die gemeinsamen, verbindlichen Höchstsätze der EU. Als Ergebnis der Erweiterung der EU werden jedoch gewisse Angleichungen der verbindlichen Höchstsätze der EU vorgenommen werden.
 
 
 
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Umwelt und Umweltbeihilfen
In den letzten Jahrzehnten hat der Übergang zu einer zunehmend intensiveren und technisch gesehen leistungsfähigeren Landwirtschaft negative Auswirkungen auf die Umwelt gehabt. Dies hat die Beseitigung einer Reihe von wichtigen Biotopen und der notwendigen Lebensbedingungen ihrer Flora und Fauna mit sich gebracht. Intensive Bodenbewirtschaftung erschöpft den Erdboden. Riesige Viehherden produzieren Unmengen von Mist, was seinerseits zu schädlichem Aussickern von Ammoniak und Stickstoff führt. Das schwedische Umweltprogramm für die Landwirtschaft besteht aus drei Teilen:

• Erhaltung des biologischen Artenreichtums und der Kulturwerte im ländlichen Raum sowie
Erhaltung offener Anbauflächen in bewaldeten Gebieten und in Nordschweden
• Schutz gefährdeter Biotope und Ökosysteme
• Maßnahmen zur Förderung ökologischer Anbaumethoden

Viele Maßnahmen wurden ergriffen, um das Aussickern von Ammoniak, Stickstoff und Phosphor von landwirtschaftlichen Betrieben zu reduzieren. Maßnahmen zur Verringerung der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln haben in den letzten zehn Jahren zu einer Halbierung des Verbrauchs geführt.
Seit 1996 können schwedische Landwirte besondere Umweltbeihilfen beantragen, die auf verschiedene Weise zur Verbesserung der Umwelt beitragen. Diese Beihilfen werden zur Hälfte von der EU finanziert. Umweltbeihilfen werden u.a. zur Erhaltung des biologischen Artenreichtums von Weideflächen und Heuwiesen, wertvoller Natur- und Kulturbereiche, offener Anbauflächen, Biotopen und Feuchtgebieten, ökologischer Anbaumethoden, für den mehrjährigen Anbau von Klee und zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Haustierarten gewährt. Der Antrag auf Umweltbeihilfen gilt für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. 1996 wurden insgesamt ca. 1,2 Mrd. SEK in Form von Umweltbeihilfen an schwedische Landwirte ausgezahlt.
 
 
 
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Regionalbeihilfen und Strukturbeihilfen
Die Voraussetzungen für die Landwirtschaft sind in Nordschweden schwieriger als in den anderen Landesteilen; die Durchschnittstemperatur ist niedriger, die Vegetationsperiode kürzer und die Transportwege sind länger. Das übergreifende Ziel der schwedischen Regionalpolitik ist, die Einwohner mit Arbeitsmöglichkeiten, Zugang zu Dienstleistungen aller Art und einer guten Umwelt zu versehen, unabhängig davon, in welchem Teil des Landes sie leben. Die Struktur- und Regionalpolitik der EU hat ähnliche Zielsetzungen. Nordschweden, Gebiete mit Wald und für den Ackerbau ungeeigneten Flächen im südlichen Schweden sowie gewisse Gebiete der Inseln Öland und Gotland sind berechtigt, die teilweise von der EU finanzierten Ausgleichszuschüsse für benachteiligte Gebiete zu erhalten.
Zuschüsse werden für mit Getreide und Kartoffeln bepflanzte Ackerflächen gezahlt sowie für Rinder, Mutterschafe und Ziegen, wenn ausreichende Flächen für den Anbau von Futterpflanzen vorhanden sind. In Nordschweden wird die Regionalbeihilfe als Ausgleichszahlung und als staatliche Beihilfe ausgezahlt. Staatliche Beihilfen werden für Milchproduktion, Schweinemast, Eierproduktion, Ferkel und Ziegen sowie für den Anbau von Kartoffeln, Beeren und Gemüse gewährt.
Weitere von der EU mitfinanzierte Strukturbeihilfen für die Landwirtschaft sind Starthilfen für Junglandwirte und Investitionsbeihilfen für den Bau von festen Einrichtungen in landwirtschaftlichen Betrieben, Gärtnereien und in der Rentierzucht.
 
 
 
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Tierschutz
Die schwedischen Normen und Ziele auf dem Gebiet des Tierschutzes haben ein sehr hohes Niveau. Das schwedische Tierschutzgesetz, das weitreichend und umfassend ist, zielt darauf ab, eine gute Pflege der Haustiere zu gewährleisten. Das Gesetz enthält Bestimmungen, um es den Tieren zu ermöglichen, ihr natürliches Verhalten soweit wie möglich beizubehalten, und es verbietet z.B. die Anwendung von Hormonen und Antibiotika, wenn sie nicht für strikt medizinische Zwecke eingesetzt werden.
Schweden hat eine umfassende und leistungsfähige veterinärmedizinische Organisation. Neben der umfassenden Aufgabe, ansteckende Tierseuchen zu bekämpfen, soll sie helfen, den Viehbestand gesund zu erhalten und eine gesunde Umwelt für die Tiere zu fördern. Als Mitglied der EU ist Schweden daran gelegen, durch ergänzende Garantien Schutz vor einer Reihe von Tierkrankheiten zu gewährleisten. Wenn dies nicht auf dem Verhandlungsweg erreicht werden kann, dann läuft Schweden Gefahr, dass sich der gute gesundheitliche Zustand des Viehbestands verschlechtert.
 
 
 
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Ausbildung, Forschung und Beratung
Die grundlegende Ausbildung für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Gartenbau wird in besonderen Ausbildungsprogrammen der Gymnasialschule vermittelt. Die Spezialschulen, in denen der Unterricht erteilt wird, werden von den Provinziallandtagen getragen. Schüler mit Berufserfahrung können sich später an den Schulen in Spezialkursen fortbilden, z.B. zum Betriebsleiter in der Landwirtschaft oder zu Forstwarten.
Die höhere Ausbildung, die eine Reihe verschiedener Studiengänge von variierender Dauer umfasst, findet im Rahmen der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (Sveriges Lantbruksuniversitet, SLU) statt. Die Universität hat ihr Zentrum in Uppsala und ist auch für die Forschung und Versuchstätigkeit zuständig. Sie besteht aus drei Fakultäten, einer agrarwissenschaftlichen, einer forstwissenschaftlichen und einer veterinärmedizinischen. Die Fakultäten haben Institute in vielen Teilen des Landes.
 
 
 
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Die Landwirtschaftsbehörden
Alle Fragen in bezug auf die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Fischerei, den Gartenbau, die Rentierzucht, die Tiergesundheitspflege, Lebensmittel, die Saatenkontrolle, den Umweltschutz, die Jagd, die Wildhege usw., die auf Regierungsebene entschieden werden müssen, werden vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Jordbruksdepartementet) vorbereitet. Es gibt ferner eine Reihe von Zentralbehörden, die in bestimmten Sektoren der Landwirtschaft arbeiten.
Das Zentralamt für Landwirtschaft (Statens jordbruksverk, SJV) ist eine zentrale Verwaltungsbehörde und das Fachorgan der Regierung für die Agrarpolitik. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Rentierzucht. Das Zentralamt ist Chefbehörde für die veterinärmedizinische Bezirksorganisation und es ist auch für die Lagerung von Lebensmittelnotvorräten zuständig.
Die Staatliche Veterinärmedizinische Anstalt (Statens veterinärmedicinska anstalt, SVA) ist ein Fach- und Serviceorgan für das Zentralamt für Landwirtschaft und andere Behörden, für andere Organisationen und für die Allgemeinheit. Zu seinen Aufgaben gehört die Untersuchung der Herkunft von ansteckenden Krankheiten, ihrer Ursachen und Verbreitungswege.
Das Zentralamt für Lebensmittelwesen (Statens livsmedelsverk, SLV) ist das zentrale Verwaltungsorgan für Lebensmittelfragen. Es ist zuständig für die Kontrolle der Lebensmittelqualität und ferner Hauptbehörde für die veterinärmedizinische Aufsicht.
Das Zentralamt für Forstwirtschaft (Skogsstyrelsen), das zusammen mit elf Provinzialforstwirtschaftsämtern die schwedische Staatliche Forstverwaltung ausmacht, führt die Aufsicht über alle Wälder in Schweden und ist für die Durchführung der Forstpolitik der Regierung verantwortlich.
Das Staatliche Amt für Umweltschutz (Statens naturvårdsverk) ist die zentrale Verwaltungsbehörde für Fragen des Umwelt- und des Naturschutzes. Viele seiner Aufgaben berühren direkt den Landwirtschaftssektor. Organisatorisch ist es dem Ministerium für Umwelt und Naturschätze unterstellt.
Die Landwirtschaftsabteilungen der Provinzialregierungen (länsstyrelsernas lantbruksenheter) sind regionale Organe für den Landwirtschaftssektor mit der Aufgabe, den einzelnen Landwirten mit Beratung und Information beizustehen. Sie sind auch zuständig für Fragen, die Ortskenntnis erfordern, z.B. die Entwicklung landwirtschaftlicher Gebiete.
 
 
 
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Verbände und Organisationen
Der Zentralverband Schwedischer Landwirte (Lantbrukarnas Riksförbund, LRF) wahrt und fördert die beruflichen Interessen seiner Mitglieder in der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Haupttätigkeit des Zentralverbands umfasst die Meinungsbildung, die Überwachung der Wirtschaftspolitik sowie Beratung und Service für seine Mitglieder. Zu den Mitgliedern zählen Landwirte, landwirtschaftliche Genossenschaften und deren Zweigorganisationen. Der Zentralverband ist parteipolitisch unabhängig.
Die landwirtschaftlichen Genossenschaften mit ihren Zweigorganisationen und vielen Tochtergesellschaften bilden eine der größten Unternehmensgruppen in Schweden. Die Gruppe beschäftigt über 40.000 Arbeitnehmer und hat einen Jahresumsatz von etwa 70 Mrd. SEK. Zu den größeren und einflussreichen Zweigorganisationen zählen der Zentralverband der schwedischen Schlachtereigenossenschaften, die Scan-Gruppe, die Landesvereinigung schwedischer Molkereien und der Schwedische Zentralverband der landwirtschaftlichen Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaften.
Andere landwirtschaftliche Organisationen sind z.B. der Zentralverband des Gartenbaugewerbes (Trädgårdsnäringens Riksförbund, TRF), eine Organisation für Gärtnereibesitzer, Obstbauern und Baumschulenbesitzer. Arbeitgeber in der Land- und Forstwirtschaft werden durch den Arbeitgeberverband der Forst- und Landwirtschaft (Skogs- och Lantarbetsgivareförbundet) vertreten. Der Schwedische Landarbeiterverband (Svenska Lantarbetareförbundet) und der Verband der Forst- und Landwirtschaftsangestellten (Skogs- och Lantbrukstjänstemannaförbundet) sind die Gewerkschaften für Arbeiter und Angestellte in diesen Sektoren, während die meisten Akademiker in den Sektoren Mitglieder von Agrifack, der Gewerkschaft der Akademiker in angewandten agrikulturellen Wissenschaften, Industrie- und Umweltplanung, sind.
Die landwirtschaftlichen Haushaltungsgesellschaften (hushållningssällskap) zählen zu den ältesten noch bestehenden Organisationen für die Förderung der Landwirtschaft. Die meisten der heute noch 24 Gesellschaften wurden Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet und sind nach wie vor aktiv. Unter ihren weitreichenden Tätigkeiten seien erwähnt: Ackerbau-, Gartenbau- und Wirtschaftsberatung, Information für Landwirte und Verbraucher und Pflanzenanbauversuche.
 
 
 
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Text: Svenska Institutet, Stockholm
 

 
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