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LEXIKON
Wollen Sie mehr wissen über Schweden – auch abseits vom Tourismus? Im Lexikon gibt es dazu weitreichende Information. Wie ist die Thronfolge der schwedischen Monarchie geregelt und warum feiert man das Midsommar-Fest? Wie bereitet man einen echten schwedischen Glögg zu und wie fragt man auf Schwedisch nach dem Weg?
 
SPORT UND BEWEGUNG
 
Sport – von großer Bedeutung in Schweden
Im Bild: Läufer beim Stockholm-Marathon
 
 
Schweden – eine Sportnation
Organisation des Sports
Gleichstellung im Blickpunkt
Öffentliche Förderung
Schulsport
Leistungssport
Sport für alle
 
 
Schweden – eine Sportnation
Schweden ist flächenmäßig das fünftgrößte Land Europas, bevölkerungsmäßig jedoch eines der kleineren Länder. Es hat knapp 9 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 450 000 Quadratmetern, d.h. ca. 20 Personen pro Quadratkilometer.
Die Lage Schwedens ist fast arktisch, 15% seiner Fläche befinden sich nördlich des Polarkreises. Dank des Golfstroms ist das Klima jedoch relativ mild. Das Land erstreckt sich 1500 Kilometer von Norden nach Süden, weshalb im Norden noch Schi gefahren und anderer Wintersport ausgeübt wird, wenn im Süden Fußball und sonstige Sommersportarten bereits voll im Gang sind.
Schweden ist ein Land mit guten natürlichen Voraussetzungen für Sport. Die Hälfte des Landes besteht aus Wald, es gibt fast 100 000 Seen und die Küste ist 7 600 Kilometer lang. Die Natur kann als wichtigste Voraussetzung für Sport und Bewegung bezeichnet werden. Im Winter läuft man Schi und Schlittschuh und im Sommer werden alle Wassersportarten, z.B. Segeln und Paddeln, sowie natürlich Sportarten im Wald, wie Orientierungslauf, ausgeübt. Hier verfügt Schweden über eine wichtige Voraussetzung mit dem sog. Recht auf Gemeingebrauch (allemansrätt), welches beinhaltet, dass die Natur für alle zugänglich ist. Es stellt jedoch die Anforderung an den einzelnen, die Natur und deren Flora und Fauna zu respektieren und zu schützen. Bei Sportwettkämpfen und Sportausübung wird auf die Umwelt besondere Rücksicht genommen.
Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung gehört einem der 22 000 Sportvereine oder der 11 000 Betriebssportclubs an. Sportvereine gibt es in allen Städten und kleineren Orten im ganzen Land.
 
 
 
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Organisation des Sports
Etwa 3 Millionen Einwohner von 7 bis 70 Jahren sind Mitglieder eines Sportvereins - als Bewegungssportler, aktive Leistungssportler, Leiter, Trainer oder Fans. Ungefähr zwei Millionen davon sind aktive Sportler. Ca. 650 000 betreiben Leistungssport auf unterschiedlichen Ebenen und etwa 7 000 sind Hochleistungssportler , d.h. sie nehmen an nationalen Meisterschaften teil. Die meisten treiben jedoch Bewegungssport in irgendeiner Form. Die 22 000 Sportvereine ermöglichen es, überall im Land Sport in organisierter Form auszuüben.
Neben dem organisierten Sport gibt es viele private Sporthallen und Trimmanlagen, die vielen die Möglichkeit eröffnen, zu Zeiten und Bedingungen Sport zu treiben, die dem einzelnen passen.
Die Organisation des schwedischen Sports ist wesentlich auf das freiwillige Engagement der Leiter angewiesen. Schätzungsweise etwa 500 000 Schweden sind mit einer oder mehreren Leitungsfunktionen in der schwedischen Sportbewegung beauftragt. Für andere beginnt das Engagement mit dem Sport der eigenen Kinder und geht lange nachdem die Kinder das Haus verlassen haben weiter. Sie sind auf verschiedenen Ebenen in Vorständen, als Trainer, Jugendleiter, Funktionäre, Mannschaftskapitäne usw. tätig.
Die schwedische Sportbewegung gründet sich auf Vereinsdemokratie. Das Vereinsleben ist die Basis der Tätigkeit. Das Recht auf die Bildung eines Vereins ist in der schwedischen Verfassung verankert. Die ideellen Sportvereine folgen Satzungen, die Demokratie in Form von Jahresversammlungen, gewählten Vorstandsmitgliedern, Stimmrecht für alle Vereinsmitglieder usw. vorschreiben. Diese Vereinsdemokratie durchdringt die gesamte Sportbewegung von den Vereinen bis zu den Fachverbänden und zum Schwedischen Sportbund.
Der Schwedische Sportbund und sein Präsidium ist die Dachorganisation des schwedischen Sports. Der Schwedische Sportbund besteht aus 67 Fachverbänden und 21 Bezirksverbänden. Die Fachverbände organisieren die verschiedenen Sportvereinen in den unterschiedlichen Sportarten. Die größte Sportart ist Fußball was die Anzahl der Sportler, Treffen und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie der Wettkämpfe betrifft. Die Bezirksverbände wiederum sind regionale Organe, die für Unterstützung und Service für die Vereine sowie Ausbildungstätigkeit und Kontakte zu regionalen politischen Organen zuständig sind.
Das Schwedische Olympische Komitee (Sveriges Riksidrottsförbund, SOK), ist das oberste Organ für die Administration olympischer Fragen im schwedischen Sport.
Das Komitee besteht aus 35 ordentlichen Mitgliedsverbänden und zwölf sogenannten »anerkannten Verbänden« (vom Internationalen Olympischen Komitees genehmigte Sportarten, die jedoch nicht auf dem olympischen Programm stehen).
Das Komitee wählt alle vier Jahre einen neuen, aus einem Vorsitzenden und acht Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat. Außerdem haben die schwedischen Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees automatisch einen Sitz im Aufsichtsrat.

Die wichtigsten Aufgaben des SOK:
• Organisation und Durchführung der schwedischen Teilnahme an den Olympischen Spielen
• Vorbereitung zur Teilnahme an den Olympischen Spielen
• Auswahl der Aktiven
• Entwicklung des Hochleistungssports
• Internationale Tätigkeit
• Marketing und Sponsoring

Das SOK verteilt insgesamt etwa 40 Millionen Kronen pro Jahr an den olympischen Sport in Schweden. Für seine sportlichen Vorhaben bis zum Jahr 2004 hat das SOK einen Aktionsplan mit deutlichen Zielvorgaben ausgearbeitet: 10 Medaillen in Sydney 2000, 10 Medaillen in Salt Lake City 2002, 20 Medaillen in Athen 2004.
Zur Erreichung dieser Ziele wurden drei verschiedene Programme erstellt:
Topprogramm, ca. 15 Millionen Kronen aus eigenen Sponsoreinnahmen für Leistungssportler mit guten Medaillenchancen.
Talentprogramm, 20 Millionen Kronen, eine Zusammenarbeit zwischen SOK, Staat und Wirtschaft, wobei Staat und Wirtschaft über einen Zeitraum von sieben Jahren jährlich jeweils 10 Millionen Kronen bereitstellen, insgesamt 140 Millionen Kronen. Diese Fördermittel sollen Aktiven ein vollwertiges und langfristiges Trainingsprogramm ermöglichen, um die Weltspitze zu erreichen.
Förderprogramm, gut sechs Millionen Kronen, ein Gemeinschaftsprojekt des SOK und des Schwedischen Sportbundes, das auch nichtolympische Spezialverbände mit einschließt. Dieses Förderprogramm dient u.a. zur Verbesserung des gemeinsamen Förderprogramms für die Entwicklung des Hochleistungssports.
Das höchste beschließende Organ ist der Sportkongreß (Riksidrottsmötet) mit 206 gewählten Delegierten aus den Fach- und Bezirksverbänden.
Der Kongress wählt die Mitglieder des Präsidiums des Schwedischen Sportbundes Tatsachen über Schweden und beschließt über die Zulassung neuer Mitglieder (neue Fachverbände). Er beschließt ferner über die allgemeinen Grundzüge und Inhalte des Sports sowie über besondere Fördermaßnahmen.
Die Ausbildungstätigkeit erfolgt über den Bildungsverband des Schwedischen Sports (SISU -Idrottsutbildarna), der für die Bedürfnisse von Sportvereinen und Fachverbänden Sportleiter, Trainer, Lehrer, Funktionäre Schiedssrichter ausbildet.
 
 
 
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Gleichstellung im Blickpunkt
Auch wenn der Sport satzungsgemäß demokratisch aufgebaut ist, werden die Sportler von den Entscheidungsträgern nicht ausreichend repräsentiert. Trotz einer umfassenden Gleichstellungsarbeit ist die Frauenvertretung in den Vorständen der Fachverbände nur auf 26% gestiegen. Die Vorstände der Bezirksverbände bestehen zu 38% aus Frauen. Außerdem ist die Jugend unterrepräsentiert. Die Sportbewegung hat deshalb beschlossen, daß Wahlvorbereitungsausschüsse auf diesen Ebenen zu jeweils mindestens 40% aus beiden Geschlechtern bestehen müssen. Auf Bezirksebene haben auch viele Verbände beschlossen, mindestens einen Vorstandsposten für Jugendliche unter 25 Jahren vorzusehen. Im Präsidium des Schwedischen Sportbundes sind gegenwärtig fünf von elf Mitgliedern Frauen und es gibt eine Stellvertretende Vorsitzende. Außerdem ist ein Mitglied des Präsidiums des Schwedischen Sportbundes unter 25 Jahren.
Die Sportarten mit den meisten Frauen sind Fußball, Reiten, Leichtathletik, Turnen und Golf. Im Fußball z.B. nehmen gut 50 000 Frauen an Wettkämpfen teil.
In den letzten Jahren waren es vor allem die Frauen, die auf Wettkämpfen für Spitzenleistungen sorgten. Die nationale Begeisterung kannte keine Grenzen, als die Kanuten Susanne Gunnarsson und Agneta Andersson in Atlanta eine Goldmedaille gewannen. Genauso groß war der Jubel, als Ludmila Engqvist Olympiasiegerin über 100-Meter-Hürden wurde. Annika Sörenstam, Pernilla Wiberg und Magdalena Forsberg sind weitere Sportlerinnen, die große internationale Erfolge erzielen konnten.
 
 
 
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Öffentliche Förderung
Der Sport hat zweifelsohne einen gesellschaftlichen Nutzen. Er ist Schwedens größte Jugendbewegung und von großer Bedeutung für die Erziehung junger Menschen. Sport ist vorbeugende Gesundheitspflege. Er vermittelt den Menschen Freude und Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Sport stellt auch einen Wirtschaftsfaktor dar. So gibt die schwedische Öffentlichkeit beispielsweise etwa 9 500 Millionen SEK (1998) für die eigene Sportaktivitäten oder die der Kinder oder für das Zuschauen aus. Dem Staat fließen aus dem Sport erhebliche Einnahmen, vor allem in Form von Mehrwertsteuer. Die Gesellschaft fördert den Sport deshalb auf verschiedenen Ebenen.
Die von Regierung und Parlament (Riksdag) für den Schwedischen Sportbund veranschlagten Mittel betrugen 580 Millionen SEK (1997). Der Betrag wird dann vorrangig an die Fachverbände und die Kinder- und Jugendtätigkeit der örtlichen Sportverbände verteilt. Die Bezirksverbände erhalten Mittel von den Provinziallandtagen in Höhe von insgesamt 100 Millionen SEK pro Jahr.
Was die öffentliche Förderung anbelangt, sind indessen die Gemeinden für den entschieden größten Anteil verantwortlich. 4 500 Millionen SEK (1998) verteilen sich auf 3 500 Millionen SEK Kosten für Sportanlagen, 1000 Millionen SEK direkte Zuschüsse an die Sportvereine. Die Aufgabe der Gemeinden besteht darin, ihren Schülern, aktiven Vereinsmitgliedern und sonstigen Einwohnern gute Sportanlagen zur Verfügung zu stellen.
Diese Zahlen können den Eindruck entstehen lassen, dass der schwedische Sport ausschließlich von öffentlichen Mitteln lebt. Das ist jedoch nicht der Fall. Die meisten Sportarten finanzieren sich in hohem Grad selber. Dazu tragen Mitgliedsbeiträge, Startgebühren, Lotterien und Verkaufsaktivitäten bei. Bei den attraktiven Sportarten kommen Erlös von Eintrittskarten, Verträge mit Rundfunk und Fernsehen, Förderung durch Sponsoren usw. hinzu. Im Durchschnitt finanzieren sich die schwedischen Fachverbände zu etwa 50% selber. Dabei gibt es natürlich große Unterschiede, je nachdem wie attraktiv eine Sportart für die Medien ist.
 
 
 
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Schulsport
Einer Untersuchung zufolge haben schwedische Kinder und Jugendliche heute schwächere Muskeln und höheres Körpergewicht als vor 15 Jahren. Aus diesem Grund ist es wichtig, Sport und Gesundheit in andere Schulfächer zu integrieren, um Schülern zu helfen, für ihre zukünftigen Freizeitaktivitäten einen aktiven Lebensstil zu entwickeln. Dies wurde in den neuen Lehrplänen für die neunjährige obligatorische Grundschule und die Gymnasialschule berücksichtigt. Allen Schülern werden wenigstens 390 Stunden obligatorische Sport- und Gesundheitserziehung während ihrer neun Jahre in der obligatorischen Grundschule garantiert, d.h. ein oder zwei Stunden pro Woche.
Einige Gymnasialschulen verfügen über spezielle Sportklassen, in denen den Schülern zusätzliche Zeit für Hochleistungstraining eingeräumt wird. Dies ist wichtig, wenn Jugendliche entdecken, dass sie ein besonderes Talent für eine spezielle Sportart haben. Hauptsächlich wird beabsichtigt, dass Jugendliche aktiven Hochleistungssport mit Schulbildung verbinden können sowie vielversprechende junge Athleten zusammenzubringen, um ihnen bessere Sporteinrichtungen und Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Es ist auch wichtig, dass sich die Gesellschaft jungen Athleten mit ernsthaftem sportlichen Engagement gegenüber verantwortlich fühlt. Schüler der Sportgymnasialschulen sind in die regulären Lehrpläne integriert und verbringen wöchentlich fünf Stunden der Schulzeit damit, ihre speziellen Sportinteressen zu entwickeln.
Grundsätzlich ist jeder berechtigt, sich bei diesen Schulen zu bewerben. Die Auswahl wird jedoch durch die Fachverbände getroffen, wobei diese Anforderungen an Spitzenleistungen in der betreffenden Sportart berücksichtigen. Diese spezielle Sportausbildung ist vom schwedischen Reichstag gebilligt und hat zu großen Erfolgen einschließlich Weltmeistertiteln und olympischen Goldmedaillen geführt, wie Jörgen Persson im Tischtennis, Pernilla Wiberg im Slalom, Torgny Mogren, Tomas Wassberg und Gunde Svan im Schilanglauf, Peter Forsberg im Eishockey, Anna Olsson im Kanufahren und viele andere.
 
 
 
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Leistungssport
Leistungssport ist eines der Hauptgebiete, in die man die Tätigkeit der schwedischen Sportbewegung einteilen kann (die beiden anderen sind der Jugendsport und der Breitensport). Er umfasst die sportliche Betätigung, in der das Leistungsmoment im Vordergrund steht. Einer Untersuchung zufolge gibt es 700 000 Leistungssportler, davon sind 7 000 Hochleistungssportler, d.h. sie nehmen an nationalen Meisterschaften teil. Hochleistungssport wird in der Hauptsache in der Seniorenklasse ausgeübt und umfasst damit einen sehr begrenzten Teil der gesamten Sporttätigkeit, da diese hauptsächlich durch den Schul- und Jugendsport geprägt wird. Fast alle Fachverbände nehmen an internationalen Wettkämpfen teil. Schweden gehört aus Tradition zu den führenden Sportnationen der Welt. Es nahm an den ersten modernen Olympischen Spielen teil, die 1896 in Athen stattfanden, und hat seitdem alle Sommer- und Winterspiele mitgemacht.
Stockholm, die Hauptstadt Schwedens, war 1912 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele und 1956 wurden die Olympischen Reiterspiele in Stockholm durchgeführt (während die Veranstaltungen der übrigen Sportzweige in Melbourne, Australien stattfanden). Schweden hat bei Winter- und Sommerspielen insgesamt 563 olympische Medaillen, davon 173 Goldmedaillen, gewonnen. Damit nimmt Schweden hinsichtlich der Gesamtzahl der olympischen Medaillen unter den Nationen den fünften Rang ein.
In den meisten Sportarten sind Weltmeisterschaften in Schweden veranstaltet worden. Vor wenigen Jahren, 1995, waren die Leichtathletikweltmeisterschaften in Göteborg ein großer Erfolg. 1998 errang Schweden im Mannschafts- und Einzelsport 32 Meisterschaftstitel in den Disziplinen Behindertensport, Biathlon, Bogenschießen, Bootsport, Budosport, Curling, Eishockey, Enduro, Hallenball, Kanufahren, Reitsport, Segelsport, Schießen, Skiorientierung, Speedway, Tauziehen, Tennis und Werfen. Es gab auch bemerkenswerte schwedische Siege in Golf und Tennis. Eine große Anzahl behinderter schwedischer Sportler hat bei internationalen Wettkämpfen gut abgeschnitten. 1995 gewann Schweden bei den Behindertenweltmeisterschaften 14 Goldmedaillen für Mannschafts- und Einzelleistungen. Bei den Paralympics in Atlanta errang Schweden 37 Medaillen, davon 12 Goldmedaillen in Schwimmen, Tischtennis, Reiten, Leichtathletik und Schießen.
Viele ausländische Beobachter sind erstaunt darüber, dass Schweden sich mit seiner kleinen Bevölkerung so gut in der internationalen Konkurrenz behaupten kann. Es gibt natürlich viele Erklärungen dafür. Das Sportinteresse wird bei den meisten schwedischen Kindern und Jugendlichen früh geweckt, und es wurde durch die Erfolge von Stars wie den Tennisspielern Björn Borg, Mats Wilander und Stefan Edberg, dem Tischtennisspieler Jan-Ove Waldner, den Abfahrtsläufern Ingemar Stenmark und Pernilla Wiberg und dem Hochspringer Patrik Sjöberg weiter angeregt. Zusätzlich haben Kommunalbehörden überall in Schweden eine große Anzahl von Einrichtungen für intensives, systematisches Training geschaffen.
 
 
 
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Sport für alle
Der schwedische Sport hat zwei Mottos »Sport für Jugendliche« und »Sport für alle«. Der Begriff »Sport für alle« wurde Anfang der 70er Jahre eingeführt und bedeutet für den schwedischen Sport, dass allen Menschen je nach Interesse und Fähigkeiten Sportmöglichkeiten geboten werden sollen. Dies hat zur Folge, dass so gut wie alle Sportverbände und -vereine über Aktionsprogramme verfügen, die neben dem reinen Leistungssport zum Bewegungssport anregen.
Große Anstrengungen werden auch für den Behindertensport unternommen. Zum Beispiel wurden Sporteinrichtungen so angepaßt, dass sie von Behinderten genutzt werden können. Der Schwedische Sportbund für Behinderte ist im ganzen Land sehr aktiv. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben deutlich die außerordentlich große Bedeutung dieser Art des Sports gezeigt. Die Bemühungen um die Entwicklung des Behindertensports haben auch Früchte getragen (siehe Abschnitt Leistungssport).
Die Schweden waren schon immer daran interessiert, ihre Gesundheit zu pflegen und sich in Wald und Feld zu begeben, um genügend Bewegung zu bekommen. Im Sommer kann man auf markierten Wanderwegen wandern. Dies ist Tradition im Gebirge, aber in den letzten Jahren haben viele Gemeinden auch in den südlichen Teilen Schwedens attraktive Wanderpfade erschlossen. Jogging war bereits lange bevor es sich vor etwa drei Jahrzehnten zu einem weltweiten Trend entwickelte in Schweden beliebt.
Tatsächlich spielt physisches Wohlbefinden eine immer wichtigere Rolle im Breitensport. Schifahren, Langlauf und Abfahrtslauf, ist ein wirklicher Breitensport. Langlauf war früher der beliebteste Wintersport in Schweden. Er ist immer noch sehr populär und Schilanglaufwettkämpfe haben großen Zulauf. Die überragenden Leistungen von Ingemar Stenmark und Pernilla Wiberg im alpinen Schisport haben das Interesse am Abfahrtslauf sehr gesteigert. In rasendem Tempo sind viele Hänge geebnet und Schilifte gebaut worden. Dies gilt auch für die südliche Hälfte des Landes, wo man die Wintersaison mit Hilfe von Schneekanonen zu verlängern versucht.
Der Schlittschuhlanglauf ist eine andere winterliche Aktivität, die seit langer Zeit sehr beliebt ist und in den letzten Jahren viele neue Anhänger gefunden hat. Schweden bietet mit seinen vielen Seen gute Möglichkeiten zum Segeln und Paddeln. An vielen Orten gibt es Kanuzentralen, wo man für eine geringe Gebühr ein Boot mieten kann. Bewegungsgymnastik nach Musik ist in den letzten Jahren bei allen Alterstufen immer populärer geworden. Im Sommer wird in großen Parks Bewegungsgymnastik angeboten, die Tausende von Teilnehmern beider Geschlechter anzieht.
Viele Menschen ziehen es vor, allein oder mit Freunden zusammen Sport zu treiben. Besonders gilt dies für ältere Menschen, die früher in anderen Sportarten aktiv waren. Wenn die intensive Wettkampfperiode vorüber ist, lassen sie es langsamer angehen, möchten aber weiterhin regelmäßig und energisch Bewegungssport treiben. Hier spielt der Schwedische Sport-für-alle-Verband (ein großes Netzwerk für den Betriebssport) eine wichtige Rolle, indem er eine aufsuchende und aktivierende Linie verfolgt. So bemüht man sich, Menschen an ihren Arbeitsplätzen, aber auch in den Wohnvierteln, für die Teilnahme an Sport und Bewegung zu gewinnen. Das Ziel ist, es Menschen zu ermöglichen, am Arbeitsplatz oder zu Hause bequem an Sportaktivitäten teilzunehmen.
Das ständig zunehmende Interesse für körperliche Bewegung spiegelt sich in einer Anzahl von Breitensportveranstaltungen, die immer populärer werden. Dazu gehören Klassikerveranstaltungen wie der Wasa-Lauf (90 km Skilanglauf), die Vättersee-Runde (300 km Radrennen um den Vättersee), das Vansbro-Schwimmen (3 km Flußschwimmen) und der Lidingö-Lauf (Geländelauf 30 km). Es gibt auch zahlreiche Marathonläufe, von denen der Stockholm-Marathon Anfang Juni das höchste Ansehen genießt. Die Teilnehmer haben es selten auf Medaillen abgesehen, sondern nehmen nur teil, um ihre Kräfte zu testen. In den letzten zehn Jahren gab es eine Reihe von Breitensportveranstaltungen nur für weibliche Teilnehmer. Die größte ist die »Mädchenmeile«, ein Lauf über 10 km durch die Straßen von Stockholm mit jährlich etwa 30 000 weiblichen Teilnehmern.
 
 
 
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Text: Svenska Institutet, Stockholm
 

 
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